Miau, mir ist soooo warm. Am liebsten würde ich mein Fell ausziehen. Na ja, das geht natürlich nicht, doch irgendwie ist mir gerade viel zu heiß. Ich glaube ich schmelze gleich. Okay ja, wir Katzen stammen aus der Wüste und vertragen und mögen es warm, doch manchmal wird es auch einer Katze einfach nur zu heiß.
Wenn es sehr heiß ist, so wie heute, fangen meine Menschen an Nass zu werden. Das passiert ohne das sie Wasser benutzen oder sich anlecken! Eine wirklich eine interessante Funktion bei den Menschen. Außerdem schmecken die Menschen dann salzig, das gefällt mir gut. Wenn sie besonders nass und salzig sind, sagen sie oft so etwas wie: „Puh, mir ist ganz heiß und ich schwitze ganz schön. Ich werde mich mal kurz frisch machen.“. Und dann machen sich die Menschen noch zusätzlich mit Wasser nass, obwohl sie doch schon von selbst nass geworden sind. Miau, das soll nun wieder einer verstehen?! Und salzig sind sie dann leider auch nicht mehr.
Wir Katzen, werden nicht automatisch nass wie die Menschen. Wir können nicht schwitzen und auch nicht salzig werden. Um uns abzukühlen lecken wir unser Fell schön nass ab, das erfrischt und pflegt. Und eine gebührende Fellpflege, ist für eine ordentliche Katze auch an heißen Tagen Pflicht. Da haben wir dann, wie die Menschen sagen würden „zwei Fliegen mit der Klappe gejagt“ oder heißt das „mit der Pappe getroffen“? Miau, manchmal sagen die Menschen einfach wirklich merkwürdige Dinge… Was braucht man überhaupt anderes als Pfoten zum Fliegen fangen?
Nun, wie dem auch sei – mir ist soooo heiß. Da hilft auch alles Fell putzen nichts mehr. Ich glaube jetzt hilft nur noch eins: Ab in den Flur und dort ganz lang ausgestreckt auf dem kühlen Fliesenboden legen. Oh, das tut gut. Ich fühle schon wie mein Bauch gekühlt wird. Miau, hier bleibe ich erstmal ganz platt und ganz ruhig liegen. Es ist sowieso höchste Zeit für meinen Nachmittags-Power-Nap.
„Molly! Molly – komm und schau mal was wir dir mitgebracht haben. Einen Springbrunnen für Katzen.“ Miau, das ist Max. Was erzählt er denn da von einem Brunnen zum springen?! Miau, da werde ich doch gleich mal nachschauen und meinen Menschen zur Begrüßung um die Beine streichen. Vielleicht sind sie ja auch wieder salzig…
„Hallo Molly, da bist du ja. Dir ist bestimmt auch ganz heiß. Sieh mal was wir dir mitgebracht haben.“ Max hat einen großen Karton in der Hand und zeigt ihn mir. Miau, ein großer Karton – das ist super! Mit großen Kartons kann man so viele tolle Sachen machen. Rein springen, rein beißen, umkippen… puh, nur ist mir schon wieder viel zu heiß. Den Karton schaue ich mir später an. Jetzt lege ich mich lieber wieder platt auf die kühlen Fliesen im Flur. „Hey, Molly bleib hier. Wir müssen den Karton doch erstmal auspacken. Schau mal, wir haben dir einen Springbrunnen mitgebracht. Der ist extra für Katzen. So kannst du an heißen Tagen mit Wasser spielen und dich…“
MIAU! WASSER! Iiihhhh – was soll das denn? Ich bin doch eine Katze! Wir spielen und plantschen doch nicht mit Wasser. Das würde vielleicht so ein plumper Hund machen – die rollen sich sogar durch Schlammpfützen und finden das auch noch toll. So schlechte Manieren würden bei uns Katzen niemals vorkommen. Also, dieses Wasser-Spring-Sprung-Ding brauche ich nicht. Damit können meine Menschen alleine spielen. Ich bleibe lieber hier liegen und putze mein Fell.
Na ja, während ich mich putze wird es wohl nicht schaden wenn ich zuschaue wie Max und Mama Lisa dieses Spung-Spring-Wasser-Ding aufbauen. Ich habe sowieso gerade nichts anders vor. Sie haben es bestimmt gut gemeint. Scheinbar haben sie vergessen, das Katzen so etwas ordinäres wie Wasser nicht benutzen. Heute ist es ja auch sehr heiß und Papa Jan sagt immer er könnte „durch diese Hitze schon gar nicht mehr richtig denken“. Tja, da passiert so ein Irrtum schon mal. Das verzeihe ich meine Menschen natürlich. Mal sehen wie der Aufbau dieses neuen Wasser-Dings-Da voran geht. Ist vielleicht der Karton schon frei?
Miau, einen schönen Platz haben Max und Mama Lisa für das Sprung-Wasser-Ding ausgesucht. Es steht, gleich bei meinem Sommer-Lieblingsplatz im Flur und das Wasser glitzert in der Sonne… Oh, miau wie schön das aussieht. Ob ich mal näher ran gehe? Miau, es riecht gut. Wie auf dem Balkon bei Regen. Na ja, es sieht auch gar nicht schlammig aus… nun es wird nicht schaden mal eine Pfote einzutauchen. Wenn dieses Spring-Brunnen-Wasser-Ding nun schon mal da ist… Es guckt ja auch gerade niemand. Also eins, zwei, drei – Augen zu und Pfote rein. MIAU – es ist nass! Und kalt! Und komisch! Und… erfrischend! Miau, das macht Spaß! Gleich nochmal! Und auch noch mit der anderen Pfote, Nase eintauchen geht auch. Und jetzt noch einmal alles von vorne. Juhu, erst die linke Pfote, dann die rechte Pfote und zum Schluss die Nase eintauchen… „Schau mal Max“, höre ich Papa Jan flüstern „Molly spielt schon seit einer halben Stunde mit dem Springbrunnen. Das scheint ihr ja wirklich viel Spaß zu machen.“ Miau, oh, ähm, na ja, also irgendwie, ich weiß gar nicht wie das passieren konnte… ja okay, ich gebe es zu: Dieses Wasser-Sprung-Ding finde ich toll und es ist so erfrischend! Wie konnten meine Menschen das nur wissen? Jetzt muss ich aber erstmal ausruhen. Ist hier noch irgendwo der Karton? Das wäre jetzt ein super Platz zum schlafen.
Hach, gemütlich so ein Karton. Hier bleibe ich erstmal. Das Wasser-Spring-Sprung-Ding war wirklich eine gute Idee von meinen Menschen. Auch eine Katze lernt nie aus. Nun werde ich mich erstmal ausruhen. Ich habe das Gefühl, der heutige Tag wird sogar noch heißer. Ich fühle mich davon schon ganz platt gedrückt.
Oh, ich höre es grollen im Hintergrund. Ich weiß was das ist. Die Menschen nennen es Gewitter. Das passiert manchmal an so heißen Tagen wie diesem. Es kracht und blitzt dann am Himmel. In Häusern ist es aber nicht gefährlich, sagen die Menschen. Also schlafe ich weiter in meinem gemütlichen Karton. Huch, da war gerade ein heller, langer Streifen am Himmel,…KRAWUMMM – ich weiß es ist nicht gefährlich aber vielleicht gehe ich doch besser zu Max… ähm, um ihn zu beschützen natürlich. Miau, mit Max zusammen gefällt mir das Gewitter gleich viel besser. Wir sitzen in Max Bett und schauen zusammen eine Zeitschrift an. Es geht um eine Maus und einen Hund – wer hätte gedacht, dass die befreundet sein können. Danach erklärt Max fachmännisch, dass das Gewitter nun weg zieht. Das erkennt er daran, dass der Abstand zwischen dem grellen Blitz und dem lauten Donner größer wird und es jetzt schon so und so viele Kilometer entfernt ist. Miau, was auch immer Kilometer sein mögen – jetzt ist der Himmel wieder leise und alles ist wieder normal. Und das beste ist: Es ist endlich nicht mehr so heiß!

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