Wenig überraschend und doch elementar: Akzeptanz.
- Akzeptiere dein Kind (oder einen anderen neurodegenerativen Menschen oder am besten überhaupt jeden Menschen) so wie es ist.
- Akzeptiere wenn etwas nicht machbar ist auch wenn es nützlich und hilfreich sein soll oder sein könnte: Es gibt etwas von dem du weißt oder glaubst, dass es deinem Kind helfen oder gut tun könnte? Sei es ein therapeutisches Angebot, ein Hilfsmittel oder ein „Gamechanger“ für andere neurodivergente Kinder. Doch dein Kind mag es nicht. Dann nimm das an und akzeptiere. Ein Beispiel sind bei uns osteopathische Behandlungen oder Massagen. Beides wäre super und auch kinderärztlich empfohlen, um das Körpergefühl zu verbessern und die erhöhte Muskelspannung (die man an manchen Tagen schon von weitem sehen kann) zu reduzieren. Doch für das Kind ist das alles viel zu viel – zu viel Körperkontakt, zu viel Termin, zu viel Druck. Wir haben es einmal mit Osteopathie probiert, doch die genannten „zu vieles“ überwogen deutlich und die mentale Anspannung und Anstrengung war so hoch, dass auch eine körperlich-muskuläre Entspannung nicht wirklich möglich war. Also lassen wir das. Immerhin ist das Kind zur Zeit bereit zu baden, was bekanntlich auch schon einen gewissen lockernden und entspannenden Effekt auf die Muskulatur hat. Beim Baden bekommt das Kind einen Muskelentspannenden Badezusatz ins Wasser, hört AC/DC und entspannt. Es ist natürlich nicht das Selbe wie ein therapeutisches Angebot, aber eben das was möglich ist. Um das nochmal klar zu sagen, hier sind Angebote usw. gemeint welche nicht elementar und ggf. medizinisch notwendig sind sondern zusätzliche Angebote, Hilfen/Hilfsmittel und ähnliches. Bei solchen kann es sinnvoll sein eine „Kosten-Nutzen-Rechnung“ aufzustellen, im Sinne von wie viel Kraft und Energie kostetet es das Kind und wie viel (langfristigen) Nutzen kann daraus gewonnen werden. Manchmal ist auch hier weniger mehr.
- Akzeptiere das Tempo und den Rhythmus deines neurodegenerativen Kindes. Wahrscheinlich wird in deinem Familienalltag alles einfach irgendwie länger dauern. Trödeln, abgelenkt sein, auf dem Weg ins Bad vergessen, dass man Zähne putzen sollte, nach jedem Essen das Oberteil sauber machen, weil das Kleckern nicht nur auf die Kleinkindphase beschränkt ist, irgendetwas suchen, immer noch trödeln, schon wieder etwas vergessen… Das nervt unglaublich, kann wahnsinnig aufhalten und Zeit kosten. Dahinter steckt mal wieder die Wahrnehmung, die aufgrund der alternativen Verarbeitung von Reizen und Informationen, nun mal anders ist als in neurotypischen Gehirnen. Es strömen erstmal alle Informationen in gleicher Intensität und Wichtigkeit auf das Kind ein. Daher dauert es einfach einen Moment länger und ist zudem anstrengenden um zu verarbeiten, was jetzt gerade wichtig ist und schließlich tatsächlich eine Handlung zu beginnen. Daher hilft nur eins: Akzeptieren, dass dies so ist. Den Tag und die (Familien)Aufgaben möglichst entschlacken und auch hier akzeptieren, dass man (wahrscheinlich) einfach weniger an einem Tag schafft und manches Projekt eben nur langsam voran kommt. Große Aktionen mit vielen Reizen und/oder Veränderungen führen ohnehin oft zu Überforderung. Also akzeptiere, dass manches langsamer geht und mehr Zeit braucht und auch scheinbar alltägliche Aufgaben für dein neurodivergentes Kind ungleich anstrengender sind. Was hilft? Möglichst viel Routine, immer gleiche Abläufe und sehr klare Aussagen.

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