„Sich(er) fühlen – Dein Körper ist der Schlüssel“
von Kathleen Kunze (erschienen 2023)
Dieses Buch hat mich auf eine sehr sanfte und gleichzeitig klare Weise abgeholt. Im Kern geht es darum zu verstehen, wie unser Nervensystem funktioniert – wie Zustände von Sicherheit, Stress oder Überforderung im Körper entstehen und wie sie unser Denken, Fühlen und Handeln prägen. Die Autorin zeigt dabei sehr greifbar, wie frühere Erfahrungen und Prägungen im Nervensystem gespeichert sind und sich im Alltag immer wieder zB. in Form von Gedanken- & Handlungsmustern zeigen können.
Besonders berührt hat mich, dass es nicht bei Theorie bleibt, sondern der Körper wirklich als Zugang erfahrbar wird. Es geht viel um Wahrnehmung, Selbstkontakt und darum, Sicherheit im eigenen System Schritt für Schritt wieder aufzubauen. Es ist kein reines „Theorie-Buch“, sondern es sind Übungen angeboten, die einfach und zugleich tief wirksam sind. Ich finde man spürt schnell, wie eng Nervensystem, Gefühle und alte Muster miteinander verwoben sind.
Außerdem spricht mich an, wie leicht sich die Übungen zum Teil in den Alltag integrieren lassen. Auch die vielen Reflexionsfragen haben mir sehr gefallen – sie helfen dabei, mit bestimmten Themen tiefer in Kontakt zu kommen und eröffnen neue Möglichkeiten zur Veränderung, gerade dort, wo man Dinge vielleicht sonst als selbstverständlich hinnimmt.
Ich mag die ruhige, liebevolle Haltung der Autorin sehr: Nichts wird bewertet oder „weggemacht“, sondern darf da sein und sich im eigenen Tempo regulieren. Für mich fühlt sich das Buch wie eine behutsame Einladung an, wieder mehr bei mir selbst anzukommen.
Gerade deshalb empfinde ich es als so wertvoll, das eigene Nervensystem besser zu verstehen – als ein inneres Werkzeug, das uns im Alltag unterstützen kann, stabiler und ruhiger zu werden. Es hilft, mehr Selbstverantwortung für den eigenen Zustand zu übernehmen, auf eine sehr achtsame und stimmige Weise.
Ein Buch, das ich wirklich von Herzen empfehlen kann.

Kommentar verfassen