Max sitzt schon seit Ewigkeiten am Schreibtisch und hat gar keine Zeit mit mir zu spielen. Was macht er denn da bloß? Es ist doch längst unsere Spielzeit. Da bin ich mir ganz sicher. Miau, dann erinnere ich ihn mal daran und hüpfe hoch.
„Hey Molly, setzt dich doch nicht auf mein Blatt. Ich schreibe gerade etwas über dich.“
Miau! Was soll das bedeuten? Egal, ich schaue mir lieber mal den Schreibtisch an. Was könnten wir hier denn so machen? Miau, miau liegt hier viel Zeug herum. Huch, was ist das? Da ist etwas an meiner Pfote und geht nicht ab! Alles schütteln und rütteln hilft nicht. MIAU! Es geht auch nicht abzuschlecken! „Molly! Nicht doch! Du bist in den Kleber und mein klein geschnittenes Papier getreten. Warte, ich helfe dir.“
Puh, das ging ja gerade noch mal gut. Doch was ist hier eigentlich los? Was hat Max nur vor? Da ist ja ein Bild von mir!?
Ich weiß, das ich das bin. Denn die Menschen haben nicht nur Fenster zum durchgucken, sondern auch welche in denen man sich selbst sieht. Da habe ich auch schon mal rein geguckt und plötzlich mich selbst gesehen. Wozu das gut ist, ist mir ein Rätsel. Doch alle meine Menschen schauen immer wieder in diese merkwürdigen Fenster. Oft bearbeiten sie dabei ihr Fell am Kopf. Nun, eine Katze weiß auch ohne so ein Fenster wie sie ihr Fell auf Hochglanz putzen kann. Vielleicht finde ich irgendwann noch heraus was es mit diesem merkwürdigen Fenster auf sich hat…
Oh, Max guckt zu mir rüber, das heißt er will mir etwas sagen und meistens machen wir dann etwas zusammen. „So mein Referat für die Schule ist fertig. Molly, du wirst meine erste Zuhörerin.“ Zuhören soll ich also. Ja das kann ich auch. Dann rolle ich mich mal ein und spitze dabei meine Katzenohren.
Unser Haustier – Ein Referat von Max Weber
Unsere Haustier heißt Molly. Sie ist eine Hauskatze und lebt mit uns in unserer Wohnung. Ihr Fell ist schwarz-weiß. Ihre Nase ist rosa und ihre Augen sind grün. Molly lebt seit zwei Jahren bei uns. Wir haben sie von einem Bauernhof abgeholt. Dort gab es schon genug Katzen und darum haben wir Molly bekommen. Am Anfang war sie noch ganz klein und ein bisschen ängstlich. Doch sie hat sich sehr schnell an uns gewöhnt und sie ist überall herumgeklettert. Das macht Molly auch immer noch sehr gerne.
Molly bekommt zweimal am Tag ein Schälchen mit Katzenfutter. Manchmal darf ich Molly das Futter geben. Eine Schale mit Wasser hat Molly auch. Außerdem gibt es eine Katzentoilette. Die muss jeden Tag sauber gemacht werden. Das machen meine Eltern. Manchmal bürsten wir Molly das Fell – aber nur weil es ihr so gut gefällt. Ihr Fell macht sich Molly alleine sauber. Wichtig ist es auch jeden Tag mit Molly zu spielen. So bleibt sie fit und hat eine gute Beschäftigung. Wenn eine Katze schnurrt geht es ihr gut und sie ist zufrieden. Molly schnurrt oft wenn sie gestreichelt wird. Außerdem braucht eine Katze etwas woran sie kratzen darf. Bei uns hat Molly einen großen Kratzbaum im Wohnzimmer und ein kleines Kratzbrett auf dem Balkon. Daran kann Molly jederzeit kratzen soviel sie will, dabei entfernt sie sich auch ihre alten Krallen. Es ist ein bisschen wie Nägel schneiden für Katzen. Ab und zu muss Molly zum Tierarzt. Meistens nur für eine Impfung aber Molly war auch schon mal krank. Da mussten wir ihr Medizin geben und haben sie extra viel gestreichelt. Dann war Molly auch schnell wieder gesund. Wenn ich nach Hause komme, ist Molly meistens schon an der Tür und möchte gestreichelt werden. Manchmal schläft sie aber auch an irgendeinem merkwürdigen Ort. In einer Schublade zum Beispiel, dann muss man sie erstmal suchen.
Ich finde es sehr schön Molly als Haustier zu haben…
Miau, Max will also in der Schule über mich berichten. Nun ja, ich bin ja auch eine hervorragende Haus- und Familienkatze! Ich gebe mir schließlich stets alle Mühe meine Menschen gut zu beschäftigen und zu unterhalten! Allerdings scheint Max noch nicht alle Spiele richtig verstanden zu haben… Ich schlafe natürlich niemals wenn einer meiner Menschen nach Haus kommt. Wenn ich in der Schublade liege, ist das natürlich unser Versteckspiel. Miau, das muss ich mit Max wohl noch weiter üben. Ganz schön anstrengend so lange zu zuhören. Ich muss dringend mal ein bisschen springen. Und hopp…
„Molly, warte. Es geht doch noch weiter. Jetzt erzähle ich noch die Geschichte wie du mal fast verschwunden warst. Das gehört nämlich auch noch zu meinem Referat. Also Molly hör noch weiter zu.“
Ich sage es ja immer wieder als Katze hat man ganz schön viel zu tun mit seine Menschen. Das ich jemals verschwunden war, kommt mir sehr seltsam vor. Ich bin doch noch nie verschwunden! Nun, dann höre ich mal zu. Wieder einrollen und meine Katzenohren spitzen.
…Ich finde es sehr schön Molly als Haustier zu haben. Als Molly noch ganz klein war, war sie noch nicht so mutig wie jetzt. Sie hat noch nicht so lange bei uns gewohnt und sich oft vor etwas erschrocken. Sie hat gerade angefangen auf ihren Namen zu hören wenn ich sie gerufen habe und wir hatten schon herausgefunden, dass Molly sehr gerne Leberwurst nascht.
Und dann hat es an der Tür geklingelt. Unsere Nachbarn Herr und Frau Jensen wollten ein Paket bei uns abholen. Sie sind sehr nett aber auch sehr laut. Besonders Herr Jensen lacht sehr laut und da er ein sehr fröhlicher Mann ist lacht er auch sehr oft sehr laut. Natürlich hat er auch gelacht als er bei uns das Paket abholen wollte. Er hat gerade noch erzählt, dass sie sie neue Töpfe bestellt haben und da Herr Jensen nicht nur sehr fröhlich und sehr laut sondern auch sehr tollpatschig sein kann, ist ihm das Paket mit den neuen Töpfen aus den Händen gerutscht. Das war vielleicht ein Krach! Zum Glück ist sonst nichts passiert und Familie Jensen ist, fröhlich wie immer, mit ihren neuen Töpfen nach Hause gegangen.
Kurz danach wollte ich Molly Futter geben, doch ich konnte sie nicht finden. Mama und Papa konnte sie auch nicht entdecken. Auch rufen hat nicht geholfen. Wir haben alle zusammen ewig lange nach Molly gesucht. Sie war nirgendwo zu finden. Nicht unter dem Bett, nicht im Schrank, in keiner Schublade und auch nicht hinter dem Sofa. Wir haben sogar im Treppenhaus nachgesehen und auf dem Balkon. Doch Molly war einfach nicht zu finden. Ich war schon ganz traurig als wir plötzlich ein leise „miau“ aus der Küche hörten. Wir mussten immer noch weiter suchen, bis wir schließlich herausgefunden haben wo Molly sich versteckt hat. Sie saß in einer Höhle in der Wand unter dem Abwaschbecken. Ja, sie ist tatsächlich in das kleine Loch bei dem Abflussrohr geklettert und da war dann eine kleine Höhle in der Wand. Dort hat Molly sich vor lauter Schreck über den Krach versteckt. Vorher wussten wir gar nichts von der Höhle in der Wand. Mama und Papa mussten noch etwas mehr von der Wand weg nehmen und dann haben wir Molly sehr lange und mit sehr viel Leberwurst wieder raus gelockt. Das Molly Leberwurst gerne mag hatten wir ja schon herausgefunden. Bald danach hat sie sich an uns, an Familie Jensen und überhaupt an alles andere gewöhnt. Seit dem war Molly nie wieder verschwunden.
Miau, ich möchte nur mal sagen: Ich war schon immer mutig! Und habe mich natürlich auch nicht in der Wand versteckt! Das war einfach eine gründliche Inspektion. Jawohl so war das! Und welche Katze lässt sich nicht gerne mal mit Leberwurst verwöhnen? Miau, mich schreckt nichts, ich bin mutig, tapfer und… Miauuu, oh nein nicht schon wieder dieses Kleberding. Es geht nicht ab! Miau, miau, Max Hilfe!
Ähm, na ja, okay, also … vielleicht schreckt mich ja nichts außer dieser gemeingefährliche Kleber … nachdem Max mich vor dieser bedrohlichen Kleber-Falle gerettet hat, muss ich mich erstmal ausruhen. Schnell weg von diesem sogenanntem Kleber. Ab auf das weiche Kissen in Max Bett. Ja so ist es schön gemütlich und super bequem. Vielleicht erzählt Max mir ja noch eine Geschichte und ich höre wieder zu, miau.

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